Medikamente

Antibiotika

Hierbei handelt es sich um eine Gruppe von Medikamenten, die die Vermehrung von Bakterien hemmen oder Bakterien abtöten können. Antibiotika sollten nur genommen werden, wenn der Verdacht auf eine durch Bakterien ausgelöste Krankheit besteht, die der Körper aus eigener Kraft nicht überwinden kann. Gegen Viren (häufigste Ursache von Atemwegsinfekten) sind Antibiotika machtlos!

Hinweise für das Vorliegen eines bakteriellen Infektes können sein:

  • Hohes Fieber bei grünlichem oder gelblichem Nasen/Bronchialsekret.
  • Typischer Röntgenbefund der Nasennebenhöhlen oder der Lunge
  • Bestimmte Ergebnisse der Blutuntersuchung (stark vermehrte Anzahl von weißen Blutkörperchen, erhöhte Blutsenkung, CRP-Wert)

 

Theophyllin

Theophyllin ist ein Medikament das neben einer stimulierenden Wirkung auf das Atemzentrum im Gehirn auch eine direkte atemwegserweiternde sowie eine leichte antientzündliche Wirkung besitzt.

Theophyllin wird daher bei verengten Atemwegen (Asthma bronchiale und COPD) jedoch auch bei leichten Formen von Schlafapnoe-Syndromen eingesetzt.

Da der Medikamentenwirkstoff gewisse Ähnlichkeit zum Koffein besitzt können bei empfindlichen Menschen auch entsprechende Nebenwirkungen wie Schlaflosigkeit, Magen/Darmbeschwerden, Blutdruckanstieg, Herzrhythmusstörungen und Zittern der Hände auftreten. Die korrekte Einhaltung der verordneten Medikamentenmenge ist bei Theophyllin daher besonders wichtig. Durch einen Bluttest kann die im Körper vorhandene Wirkstoffmenge (Wirkspiegel) bestimmt und die Medikamentendosierung ggf. angepasst werden.

 

Kortison

Kortison ist ein sehr in Verruf geratener Medikamentwirkstoff. Dabei wissen viele gar nicht, daß Kortison ein Hormon ist, das der Körper selbst in geringen Mengen (ähnlich wie z. B. Schilddrüsenhormone) bildet. Gänzlich ohne Kortison könnte ein Mensch nicht überleben.

Kortison ist einer der stärksten Stoffe zur Bekämpfung und Linderung von Entzündungsreaktionen. Kortison wird daher bevorzugt bei allen nicht bakteriell verursachten Entzündungen (z. B. Asthma bronchiale jedoch auch bei anderen Entzündungen wie z. B. Rheuma, chronisches Hautekzem, Allergien und chronischen Darmentzündungen sowie gelegentlich bei chronischer obstruktiver Bronchitis) eingesetzt.

In der Lungenheilkunde erfolgt die Anwendung von Kortison bevorzugt in Form von Inhalationssprays um den Wirkstoff möglichst gezielt in die Atemwege zu bringen. Dadurch werden andere Organsysteme fast nicht mit Kortison belastet, so daß mögliche Nebenwirkungen minimiert werden. Gelegentlich kann jedoch die inhalative Anwendung von Kortison nicht ausreichend sein, so daß die Verabreichung in Form von Spritzen, Infusionen oder Tabletten erfolgen muß. In diesem Fall können bei längerfristiger Anwendung unerwünschte Wirkungen wie Gewichtszunahme, Fetteinlagerung, erhöhte Blutzuckerwerte, Steigerung des Blutdruckes und Osteoporose auftreten. Es sind daher wie bei jedem anderen Medikament die Vorteile einer Kortisoneinnahme gegenüber möglicherweise auftretenden Nebenwirkungen genauestens abzuwägen.

Bei der Anwendung von Kortison als Inhalationsspray sind solche gravierende Nebenwirkungen selbst bei Kindern nicht zu befürchten. Sie sollten jedoch darauf achten, die Inhalation korrekt durchzuführen wie Sie mit Ihnen geübt wurde und nach jeder Inhalation Mund und Rachen gründlich mit einem Schluck Wasser auszuspülen.

 

Bronchodilatatoren (Betamimetika)

Bei dieser Wirkstoffgruppe handelt es sich meist um Mittel zur Inhalation. Der inhalierte Wirkstoff wird von der Bronchialschleimhaut aufgenommen und an die Muskulatur in der Bronchienwand weitergeleitet, wo er zu einer Entspannung der verkrampften Muskulatur und somit zu einer Weitstellung der Bronchien führt. In der Folge können Sie wieder besser durchatmen und Husten sowie pfeifendes Atemgeräusch klingen ab. Wenngleich dies für die Betroffenen sicherlich sehr angenehm ist, so lassen Sie sich von dieser bronchienerweiternden Wirkung bitte nicht täuschen! An der der Bronchienverengung zugrunde liegenden Entzündung können Bronchodilatatoren (Betamimetika) keine Heilung bewirken. Die Verkrampfung tritt daher in der Regel nach wenigen Stunden erneut auf. Bronchodilatatoren sind daher nur dann als alleiniges Medikament angezeigt, wenn es sich um eine ganz vereinzelt auftretende Bronchialverkrampfung handelt, ansonsten kommen Bronchodilatatoren nur in Kombination mit entzündungshemmendem, inhalativem Kortison zur Anwendung.

Nebenwirkungen der Bronchodilatatoren können bei vermehrter Anwendung Fingerzittern, Herzklopfen und Herzrhythmusstörungen sowie gelegentlich Schlafstörungen sein.

 

Antiallergika

Wirkstoffgruppe zur Behandlung von allergisch ausgelösten Symptomen wie Heuschnupfen und allergisches Asthma bronchiale. Durch diese Medikamente wird die Ausschüttung von Allergiestoffen im Körper gebremst oder unterdrückt, so daß Sie trotz einer Allergieanlage die Natur möglichst beschwerdefrei genießen können. Obwohl diese Medikamente in der Regel gut vertragen werden, (mögliche Nebenwirkungen sind Müdigkeit, Appetitsteigerung und bei bestimmten älteren Medikamentenstoffen Herzrhythmusstörungen), ist der beste Schutz von Allergien nach wie vor die Meidung soweit dies möglich ist.

 

Sekretolytika

Bei diesen Medikamenten handelt es sich um eine inhomogene Gruppe von Wirkstoffen, die letztendlich einen besseren Abtransport des produzierten Bronchialschleims erreichen sollen. Trotz der weiten Verbreitung sind wissenschaftliche Belege über die Wirkung einer längerfristigen oder prophylaktischen Anwendung spärlich. Wenn entsprechende Medikamente (z. B. NAC™®, ACC®, Ambroxol® und viele andere) eingenommen werden, ist für eine optimale Wirkung auf jeden Fall ausreichende Flüssigkeitszufuhr (ca. 2 Liter) nötig.

 

Hyposensibilisierung

Hyposensibilisierung ist ein Verfahren um die Intensität allergischer Reaktionen abzubauen. Dabei wird der ursprüngliche allergieauslösende Stoff (sog. Allergen) in stark verdünnter Konzentration in den Körper eingebracht (meist in Form einer Spritze in den Oberarm, vereinzelt in Tropfenform unter die Zunge). Diese eingebrachte Menge wird nach einem bestimmten Schema gesteigert mit dem Ziel, daß der Organismus dieses Allergen zukünftig nicht mehr als schädlich ansieht. Um die volle Wirkung dieser Maßnahme zu erreichen muß die Behandlung über insgesamt 3 Jahre hinweg durchgeführt werden.

Erfolgsaussichten:

Der Erfolg der Hyposensibilisierung hängt davon ab, daß die Behandlung möglichst zu Beginn einer Allergieentwicklung eingeleitet wird. Ferner hängt der Erfolg von der Art der ursprünglichen Allergene, deren Anzahl, dem Lebensalter sowie insbesondere von der konsequenten mindestens 3-jährigen Therapiedauer ab. In Abhängigkeit von diesen Faktoren beträgt die Besserungschance 60 bis 90 %.